Hongyu Cheng

Geboren 1974 in China in einer Musikerfamilie. Erlernte im Kindesalter die alte Musik Chinas und das Instrument Guqin. Studierte 1992–1996 an der Kunst- und Musikhochschule Nanjing. Einige Jahre beruflich tätig als Redakteurin in Musikverlag in Nanjing. Ab 2000 Studium Musikwissenschaft in Deutschland. Intensive Beschäftigung mit Harfe und Harfenbau, Kontakte mit vielen deutschen Musikern. Zahlreiche Soloauftritte an der Guqin, auch Kurse und Workshops für alte chinesische Musik, Studio-Gastmusikerin für verschiedene Weltmusikprojekte u. a. mit Rüdiger Oppermann. 2007 eigene Guqin-Solo-CD »Meditation at Dongting Lake« in Deutschland. 2008 Gründung des Harfenzentrums »R.Kelten« in Nanjing, Produktion eigener limitierter Serie keltischer Harfen vor Ort. Zusammenarbeit mit Goetheinstitut/China. Gab Kurse für keltische Harfe an der Kunst- und Musikhochschule Nanjing, Unterricht für Guqin. Engagiert sich seitdem intensiv für einen fruchtbaren Kulturaustausch zwischen China und Deutschland. Die letzten Jahre spielte sie Konzerte in Deutschland, Taiwan und China, veranstaltete mehrere Konzerte mit ihrem eigenen Harfenensemble und als Solistin. Seit 2016 komponiert Hongyu Cheng vermehrt eigene Werke und konzertiert in Deutschland und China. Mit ihrem Ehemann zusammen produziert sie im eigenen Tonstudio. Ab 2019 Verknüpfung von Guqin mit elektronischer Musik, Produktion 5.1 Surround und binaurales 3D-Stereo. Live-Aufführung ihrer Multimedia-Werke »Wasser« und »Wurmloch« erstmals in China. Seit 2020 Gastprofessorin für Guqin an der West-South-University in Chongqing (China).

Vortrag

Vergangenheit
und Gegenwart der
chinesischen Harfe Konghou (箜篌)

Die chinesische Harfe wurde Konghou genannt. Der Terminus »Konghou« allein bezeichnet drei verschiedene alte traditionelle chinesische Zupfinstrumente, welche im dem Symposion zugrundeliegenden Zeitraum nicht nur in der Hofmusik, sondern auch in der Folklore verwendet wurden. Die drei unterschiedlichen Formen bilden die liegende (horizontale) Wo-Konghou, die vertikale Shu-Konghou (eine Winkelharfe) und die phönixköpfige Fengshou Konghou (eine Bogenharfe).
Seit dem späten 14. Jahrhundert ist sie langsam verschwunden, und nur noch wenige Bilder von Konghous sind auf alten Wandmalereien und Reliefs zu sehen. Die Fengshou Konghou wurde aus Indien für die Verwendung in der Sui- und Tang-Dynastie für die indische Yan-Musik eingeführt. In der Song-Dynastie existierte das damals noch gemalte »Buch der Musik« Sui Yang in vielen Formen von Konghou, das nach der Ming-Dynastie verloren ging. In den 1980er und 1990er Jahren begann in China die Entwicklung von völlig neuen Instrumenten, die nun ebenfalls Konghou genannt werden, und es entstanden Innovationen.
HongYu Cheng